Am heutigen Dienstag habe ich einen Vortrag in der Uni gehalten. Später dazu mehr…
Schweinegrippe
Posted 29. April 2009 by deskwatchCategories: schule
Tags: definition, geographie, influenza, mexiko-grippe, pandemie
Die Schüler meiner 5. Klasse hatten am Morgen viele Fragen zur aktuellen Lage der „Schweinegrippe“… Am Montag wurde ich bereits mit vergleichbaren Fragen in einer Vertretungsstunde konfrontiert, und mittlerweile konnte ich mich auch etwas besser in das Thema einarbeiten. Nach ein paar organisatorischen Dingen, und ein wenig „normalem“ Unterricht, konnte ich auch noch genügend Zeit für die Fragen der Schüler aufwenden.
Begonnen habe ich – zugegebenermaßen völlig ohne Konzept, und nur mit einer vagen Vorstellung des Unterrichtsverlaufes – mit dem Versuch einer Begriffsklärung. Die „Schweinegrippe“ ist als Begriff nicht besonders gut für eine Definition geeignet, und ich bat die Schüler um Alternativen, die diese Krankheit/Seuche passend beschreiben könnten. Schnell wurden auch Analogien, beispielsweise zur Vogelgrippe (auch: „SARS“, „asiatische Grippe“) genannt und bezüglich der Ansteckungswege konnten von ihnen auch Unterschiede aufgezeigt werden – das alleine war schon beachtenswert! Auch die Kombination verschiedener Virenstämme in den Schweinen wurde von den Schülern genannt.
Die „Mexiko-Grippe“ wurde sehr schnell vorgeschlagen, aber auch andere Namen, wie „Menschen-Grippe“ (als angewendete Nennung im Vergleich der unterschiedlichen Ansteckungswege) waren vertreten. Der unter anderem vom Robert-Koch-Institut verwendete Name „Neue Grippe„, die „Nordamerikanische Grippe„, und insbesondere die wissenschaftliche Bezeichnung „Influenza A(H1N1)“ führt deutlich zu weit (jedenfalls für eine 5. Klasse) und die angeführten Bezeichnungen könnten nur aus Gesprächen mit den Eltern oder den Medien entstammen.
Die relative Gefahr einer Infektion, im Bezug auf die Übertragung der Krankheit von Mensch zu Mensch, wurde dann von den Schülern auch gut dargestellt. Die Vogelgrippe war zu ihrer Zeit nahezu ausschließlich von Tier zum Menschen übertragbar. Ich muss allerdings eingestehen, dass mir dafür die Quellen fehlen und ich heute nicht noch großartig suchen möchte…
Mit dem Begriff „Pandemie“ hatten die Schüler schon mehr Schwierigkeiten. Zwar war ihnen durchaus auch der Begriff „Epidemie“ geläufig, die Bedeutung beider war allerdings größtenteils unklar. Einzelne Schüler konnten dann aber die Pandemie, als weltweite Krankheit erklären und den Begriff gegen die Epidemie als das regionale oder lokale Auftreten einer Erkrankung abgrenzen. Vergleiche mit anderen Epidemien, von denen in den Medien berichtet wurde, sind hier überaus praktisch und die Schüler können bereits in der 5. Klasse die Unterschiede erkennen und beschreiben. Mehr oder weniger aus Zeitgründen habe ich an dieser Stelle auf eine Diskussion zu der Ausbreitungsgeschwindigkeit, dem Verbreitungspotential und den Bedingungen für eine Pandemie, sowie ihre Begünstigung durch internationale Verkehrswege verzichtet. Für Schüler höherer Klassen sollten diese Zusammenhänge aber erkennbar sein.
Um den Schülern ein wenig ihre „Angst“ vor der Mexiko-Grippe und der drohenden Pandemie zu nehmen, wollte ich mit ihnen die Gefährlichkeit diskutieren. Einzelne Schüler nannten die Zahl von 159 Todesfällen durch die Mexiko-Grippe und ich versuchte diese in den Kontext anderer Grippen zu setzen. Die Schüler sollten die Zahl der jährlichen grippebedingten Todesfälle in Deutschland schätzen (vermutlich eher raten…, aber egal): es wurden einige Zahlen von ein paar Hunderten bis zu ein oder zwei Tausend genannt. Die saisonale Influenza tötet alleine in Deutschland in jedem Jahr ungefähr 10.000 Menschen, bei einer schweren Grippewelle leicht auch das Doppelte und weltweit geht die Zahl der Todesfälle in die Hunderttausende…! Das eine Grippe kein grippaler Infekt ist, sollte allerdings vorher erklärt worden sein. Zudem kann man als Vergleich dann noch die „spanische Grippe“ (1918) bringen, bei der zwischen 25 und 50 Millionen Menschen gestorben seien.
Nichtsdestotrotz ist eine Influenza eine schwere Erkrankung und auch wenn es einige Hinweise auf einen nicht so schlimmen Verlauf gibt, sind die Ausmaße bislang noch nicht absehbar… Insgesamt hoffe ich doch, mit meinem kleinen Exkurs zur Mexiko-Grippe, einigen Fragen der Schüler Raum und Gelegenheit zur Klärung gegeben zu haben.
Schweinegrippe bei GoogleMaps
Posted 28. April 2009 by deskwatchCategories: schule
Tags: gis, globalisierung, mobilität
Das hätte ich gestern gebrauchen können: die Schweinegrippe bei Google – auch eine Anwendungsmöglichkeit von Geo-Informationssystemen…
Wenn man nun noch die Diskussion um Globalisierungstendenzen und Mobilität durch internationale Verkehrsverbindungen in den Kontext bringt, würden sich mit Sicherheit spannende Beiträge daraus entwickeln.
Stadtentwicklung in Südafrika
Posted 27. April 2009 by deskwatchCategories: schule
Tags: bild, stadt, vertretung
Heute bekam ich eine Vertretungsstunde in einer 9. Klasse. Das aktuelle Thema im Geographieunterricht ist „Entwicklungsländer“ bzw. die geographische Raumanalyse in ihren sozioökonomischen, ökologischen und natürlichen Aspekten. Ich hatte zu den Entwicklungsländern oder dem Kolonialismus kein Material dabei und die Nachfrage von Schülern, inwiefern die „Schweinegrippe“ mittlerweile in Deutschland angekommen sei, konnte ich auf Grund mangelnder Daten leider auch nicht nutzen. Diese beiden Punkte wären sehr interessant gewesen – und vor allem letzterer an Aktualität kaum zu übertreffen.
Letztlich konnte ich von meiner Exkursion nach Südafrika einzelne Bilder zeigen und die Schüler diese interpretieren lassen. Ausgewählte Bilder zur Stadtentwicklung, verschiedenen Wohnungsbauprojekten und lokalen sowie regionalen Strategien, z.B. das „local economic development“, zum „central business improvement district“, dem „metropolitan spatial development framework“ oder dem „reconstruction and development program“ boten genügend Anlass zur Diskussion und die Mehrzahl der Schüler konnte ich damit in der sechsten Stunde für den Unterricht gewinnen.
Wenn ich mal ganz viel Zeit haben sollte, müsste ich dringend die Bilder in thematische Gruppen sortieren, damit ich nicht mehrere hundert Bilder durchscrollen muss, um das passende zu finden…
Kommentar zu den Briefen
Posted 27. April 2009 by deskwatchCategories: schule
Tags: brief, kommentar
Ein Brief verwunderte mich doch sehr…
„Frau K. ist nett.“
… stand dort geschrieben und mir war nicht bewusst, dass die Kollegin auch in dieser Klasse unterrichtet. Natürlich musste ich ihr heute die Auswertung zu den Briefen zeigen, weil ich doch auch gerne den Ursprung dieser spontanen Zuneigungsbekundung erfahren wollte. Sie bestätigte, dass sie in dieser Klasse noch keinen Unterricht hatte, konnte sich zunächst den Kommentar aber auch nicht erklären.
Kurze Zeit später kam dann der Gedankenblitz: die Schüler sollten die Briefe draußen auf dem Pausenhof schreiben, aber Einzelne litten an jenem Tag sehr unter ihrer Allergie und ich konnte eben jene Kollegin als Aufsicht gewinnen. Ihre Klasse sollte in dieser Unterrichtsstunde eine Stillarbeit erledigen und dankenswerterweise hatte sie sich zur Aufnahme meiner, durch ihre Allergie geplagten, Schüler bereit erklärt.
„Jetzt geh’ ich bestimmt zwei Zentimeter größer nach Hause…“
… war dann ihr passender Kommentar. Recht hat sie, und verdient hat sie es auch
Briefe: Nutzungskartierung
Posted 27. April 2009 by deskwatchCategories: schule
Tags: brief, daseinsgrundfunktionen, diagramm, geographie, methode
In der vergangenen Woche konnte ich mir (und den Schülern) durch eine Änderung im Vertretungsplan eine zusätzliche Geographiestunde sichern. Viele der Kollegen waren für die Prüfungen in den 10. Klassen entweder als Prüfer oder zur Aufsicht eingeteilt und die Vertretungspläne für diese Tage füllten ganze DIN A4 Seiten. So war auch ein Kollege, der in einer meiner fünften Klassen sonst nicht unterrichtet, für eine Vertretung eingetragen und diesen bat ich, mir doch die Vertretungsstunde zu „überlassen“. Mit der ihm „abgerungenen“ Zustimmung dann noch schnell zum entsprechenden Planer – und die Stunde war „meine“!
Eine ganze Doppelstunde wollte ich die Schüler dann aber auch nicht im Klassenraum fesseln und ich versprach, dass wir auch auf den Pausenhof gehen würden… Die Schüler sollten mir dort einen Brief schreiben, wie sie die Unterrichtsstunden zum Thema Nutzungskartierung empfanden und von Vorschlägen, Ideen, Wünschen oder Problemen berichten. Die Briefe sammelte ich dann zur Auswertung in der darauf folgenden Stunde ein und vielleicht gelingt es mir, einzelne Briefe hier exemplarisch einzustellen.
Das aktuelle Thema im Geographieunterricht ist zur Zeit „Miteinander leben“ und in diesem werden verschiedene Methoden detailliert eingeführt – unter anderem die Auswertung von Tabellen und Diagrammen. Meine Auswertung der Briefe zur Nutzungskartierung kann ich dann auch in einem Diagramm gestalten
Alter ego
Posted 21. April 2009 by deskwatchCategories: schule
Tags: bild
Wer es noch nicht erkannt hat – das soll ich sein! Im Original ist das ein Post-It, von einer Schülerin aus einer fünften Klasse gezeichnet…
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Analyse: Nutzungskartierung
Posted 21. April 2009 by deskwatchCategories: schule
Tags: analyse, geographie, kartierung
Die Schüler haben: 1. einen Überblick über das Schulumfeld gewinnen können, 2. einen Einstieg in geographische Arbeitstechniken und Methoden erhalten und 3. mit der Erstellung einer thematischen Karte einen weiteren Zugang zu dem Verstehen dieser Kartenart erhalten.
Probleme
Die Schüler hatten zum Teil Probleme im Auffassen der tatsächlichen Nutzung, da die Interpretation der Firmen- und Klingelschilder subjektiv in Kategorien umgesetzt wurde. Beispielsweise wurde eine Firmenkantine, die von außen zur Mittagszeit auch klar als solche erkennbar ist, von einzelnen Schülern als Wohngebäude identifiziert, da zur ersten Unterrichtsstunde die Sitzgruppen und Blumen in den ansonsten leeren Räumen die eigentliche Nutzung „verschleierte“. Auch eine Buchhandlung wurde von einigen Schülern als Bücherhalle aufgenommen und damit einer anderen Kategorie zugeordnet. Klar wird damit, dass die Nutzungsfunktionen der Interpretation bei ihrer Aufnahme unterliegen und diese insbesondere durch die Schüler unterschiedlich geleistet wird.
Der tatsächlich notwendige Zeitbedarf variierte sehr stark. Die teilweise sehr unterschiedliche Schreibgeschwindigkeit und die Genauigkeit bei der Aufnahme bedingte das Fehlen einiger Gebäude in den Aufnahmebögen der einzelnen Schülern. Zum Teil führte auch die mangelnde Fokussierung auf den Gegenstand der Exkursion, der Untersuchung der Nutzungsfunktionen im Untersuchungsraum, zu einem etwas erhöhten Zeitbedarf. Würde es gelingen, die Schüler zur sinnvollen Aufnahme der Nutzungsfunktionen von Gebäuden anzuleiten und sich diese auf eben jene Aufnahme konzentrieren, ist der anvisierte Zeitbedarf von 30 min gut zu schaffen. Mit der Generalisierung bereits auf den Aufnahmebögen, lässt sich zudem Zeit sparen, so dass auch größere Strecken mit mehr aufzunehmenden Gebäude möglich wären. Bei einem größeren Untersuchungsgebiet würde sich für die Nutzungskartierung auch die arbeitsteilige Aufnahme durch die Gruppen anbieten bzw. für eine höhere Fehlertoleranz auch die teilweise räumlich überlappende, arbeitsteilige Aufnahme.
Bei der Kolorierung der thematischen Karte ergaben sich zum Teil einige Ungenauigkeiten in der Darstellung. Durch den bereits angesprochenen tatsächlichen Zeitbedarf konnten einige Schüler nicht alle Gebäude aufnehmen, oder es sind in der häuslichen Vorbereitung nur wenige der aufgenommenen Gebäude in eine Karte umgesetzt worden. Das zum Teil die Schraffur nicht parallel gestaltet wurde, ist neben anderen kleinen gestalterischen Unzulänglichkeiten, wie z.B. die Darstellung von Flächenfarben oder die Kolorierung der Gebäude, eine eher geringere Ungenauigkeit und kann bei der weiteren Umsetzung im Unterricht entsprechend geübt und trainiert werden. Vor allem die Übersichtlichkeit leidet unter gestalterischen Unzulänglichkeiten, die auf ein nicht ausreichendes Verständnis für Karten und ihre Darstellung schließen lassen. Eine Karte ist beispielsweise mit „geschlängelten“ Linien anstelle von Flächenfarben koloriert worden, und bei einer weiteren wurden ausschließlich Symbole verwendet. Eine Karte schraffierte dann auch Gebäude, die eine zweite Nutzungsfunktion aufwiesen. Allerdings wurden bereits zuvor die Farben gemischt, so dass die Schraffur ohne Funktion blieb.

Verbesserungsmöglichkeiten
Mit definierten Arbeitsaufträgen und einem festen Zeitrahmen würde sich dieses Thema unter anderem auch für Projektarbeitsphasen anbieten. Die Vorbereitung müsste dann weitergehende Aspekte des Themas integrieren, die ein (binnen-)differenzierendes Lernen der schneller arbeitenden Schüler ermöglichen würde.
Sollte für diese Unterrichtseinheit genügend Zeit zur Verfügung stehen, können die Schüler die Karten auch selbst erstellen. Dies ist ebenfalls für höhere Klassenstufen denkbar und zur Anpassung für eine erweiterte Komplexität oder für ein höheres Kompetenzniveau notwendig. Womöglich sind nicht alle Schüler einer 5. Klasse in der Lage, die notwendigen Generalisierungen für die Kartenerstellung umzusetzen.
Wie bereits ausgeführt, hatten die Schüler für die Darstellungsmöglichkeiten der Nutzungen in Karten sehr gute und faszinierende, vor allem aber auch neue Ideen. Ein freies, ergebnisoffenes Arbeiten wäre an dieser Stelle wünschenswert und auch interessant gewesen. Leider ist dies durch den jeweiligen Zeitdruck nicht immer möglich… (das ist aber eher ein generelles Problem).
- Problemstellung genauer formulieren
- Methode besser herausarbeiten; weitere Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen
- …
Auswertung: Nutzungskartierung
Posted 19. April 2009 by deskwatchCategories: schule
Tags: analyse, daseinsgrundfunktionen, generalisierung, geographie, karte, kartierung, stadt, unterrichtseinheit
Auswertung, zweiter Teil
Die Schüler haben ihre Karten selbständig mit den wichtigsten Kartenelementen vervollständigt. Eine Legende wurde von allen Schülern angefügt und die meisten haben ihrer Karte einen Titel gegeben. Das Wissen um weitere Kartenelemente ist bei Schülern in diesen Klassen allerdings noch nicht sehr weit verbreitet, so dass beispielsweise bei keiner Karte die Nordrichtung (z.B. durch einen Nordpfeil) eingetragen wurde. Die Methode zu den Kartenelementen könnte an dieser Stelle kurz wiederholt werden.
Details
Wie bereits in den vorbereitenden Aufgaben beschrieben, hatten die Schüler sehr interessante Ideen zur gestalterischen Umsetzung der jeweiligen Nutzung. Viele hatten die Idee, die unterschiedliche Nutzung eines Gebäudes mit verschiedenen Symbolen zu kennzeichnen. Die Gestaltung mit Flächenfarben wurde ebenfalls von vielen als (zusätzliche) Möglichkeit erkannt. Das Mischen von Farben und die erweiterte Anzahl von Farben ist, neben der Teilung der zu kolorierenden Flächen oder auch die Darstellung mehrerer Informationen mittels Schraffur, mehrfach als Möglichkeit zur Darstellung von Nutzungskombinationen genannt worden.
Eine Generalisierung zu Flächenfarben konnte nahezu von allen Schülern erkannt und umgesetzt werden. Bei mehreren Nutzungen in einem Gebäude gerät diese einfache Art der Darstellung allerdings leicht an ihre natürlichen Grenzen. Das Arbeitsbuch für den Geographieunterricht in der 5. Klasse sieht für diesen Fall „umgekippte“ Gebäude vor, die mit all ihren Stockwerken gezeichnet werden und eine Differenzierung in mehrere Nutzungen ermöglichen (jedenfalls eine Nutzung je Stockwerk). Der uneingeschränkte Vorteil liegt in dabei in der schnellen Auffassung der Gebäudehöhen bzw. der Anzahl ihrer Stockwerke und auch in der (stockwerk-)genauen Darstellung der Nutzung. Die daraus entstehende Karte hat allerdings nur noch begrenzte Ähnlichkeit mit anderen thematischen Karten, die im Allgemeinen auch eine stärkere Generalisierung aufweisen. Ohne, dass ihnen möglicherweise andere Darstellungsarten (wie die „umgekippten“ Gebäude) bewusst sind, können Schüler der Klasse 5 auch grundrißtreue Karten nachvollziehen und beschreiben, die eine andere (kombinierte) Art der Darstellung gemischter Nutzungen erfordern. Zum Teil gelangen sie in der Vorbereitung zu eben jenen Ideen, wie dies in thematischen Karten umgesetzt wird: mit Flächenfarben und einer Schraffur oder verschiedenen Symbolen.
Auf den ersten Blick sehr einfache gestalterische Möglichkeiten zur Umsetzung, wie beispielsweise auch für Kombinationen von Informationen eigene Farben zu benutzen oder die jeweiligen Farben zu mischen, wurden ebenfalls häufig genannt. Mit einer steigenden Anzahl an darzustellenden Informationen geraten diese Möglichkeiten jedoch schnell an ihre Grenzen, da zum Beispiel für die Darstellung von fünf verschiedenen Informationen einschließlich ihrer Kombinationsmöglichkeiten bereits 15 unterschiedliche Farben benötigt würden und bei sechs verschiedenen Kategorien mit jeweils einer anderen Information kombiniert, wären es bereits 21 verschiedene Farben (die Anzahl der benötigten Farben entspricht der Summe ihrer einzelnen Werte). Und nun kann jeder einzelne mit einem Blick in den Kasten für Buntstifte prüfen, wie viele Informationen er gleichzeitig darstellen kann. Die Schüler sollten die Kombination der darzustellenden Informationen selbst durchführen und dann erkennen, dass dieser Methode natürliche Grenzen gesetzt sind.
Im Folgenden sind exemplarisch vier verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten gezeigt, wobei die Schüler die ersten beiden (also die Kombination von Flächenfarben und Schraffur, sowie nur die Schraffur) am häufigsten verwendet haben.
Unterrichtseinheit Nutzungskartierung
Posted 14. April 2009 by deskwatchCategories: schule
Tags: arbeitsauftrag, daseinsgrundfunktionen, exkursion, generalisierung, geographie, karte, kartierung, methode, stadt, unterrichtseinheit, unterrichtsmaterial
Einführung
Die Methode der Kartierung in im Themenbereich Hamburg für Schüler der Klasse 5 vorgesehen. Das Arbeitsbuch der Schüler nimmt eine grundlegende Einführung bereits vor, für ein umfassendes Verständnis thematischer Karte ist meines Erachtens eine leicht geänderte Herangehensweise vonnöten. Im folgenden werde ich die Umsetzung dieser Methode für Schüler der Klasse 5 an Beispielen zeigen und nach Möglichkeit die jeweiligen Aufgaben aus dem Arbeitsbuch gegenüberstellen.
Arbeitsaufträge und vorbereitende Aufgaben
Zum Teil waren bereits einige Vorüberlegungen erfolgt, so dass die Schüler bereits die unterschiedlichen, möglichen Nutzungen erfasst haben und sie diese in Kategorien einordnen können. Dazu sollten die Schüler ihre Tätigkeiten aus einem bestimmten Zeitraum sammeln und gruppieren. Für einen umfassenden Katalog sollte man auch die eigenen Tätigkeiten (die des Lehrers) mit einfließen lassen. Überraschenderweise sind z.B. „zur Schule gehen“ oder auch einfach „mit dem Bus fahren (zur Schule usw.)“ erst durch Nachfragen von den Schülern als Tätigkeiten erkannt worden. Innerhalb von ein paar Minuten erhält man aber auf diese Weise eine ganz brauchbare Sammlung von Tätigkeiten die in einem weiteren Schritt von den Schülern gruppiert und kategorisiert werden kann. Sinnvoll ist es dazu, dass die jeweiligen Begriffe auf Karteikarten notiert werden, damit Schüler diese an der Tafel ordnen können. Sollte weniger Zeit für die Vorbereitung zur Verfügung stehen, kann dieser Schritt auch in einem Lehrer-Schüler-Gespräch erfolgen und die Sortierung von dem Lehrer vorgenommen werden. Nicht verzichten sollte man allerdings auf die Kategorisierung durch die Schüler!
An dieser Stelle kann man auch die Begriffe „Kategorie“ und „Nutzung/Funktion“ („Daseinsgrundfunktion“, begründet von Partzsch in den 60er-Jahren, vgl. auch Charta von Athen 1942; Diskussion in Werlen 2000, Leser 2001) einführen.
In einer weiteren vorbereitenden Aufgabe sollen die Schüler eine gute Methode zur Erfassung der einzelnen Nutzungen erarbeiten und Darstellungsmöglichkeiten für (zwei) unterschiedliche Nutzungen in einem Gebäude erarbeiten und diese im Hinblick auf Informationsgehalt und Übersichtlichkeit bewerten. Zum Teil ergaben diese Aufgabe – von den Schülern als häusliche Vorbereitung durchgeführt – unerwartete und sehr interessante Ergebnisse.
- Farbe in Farbe
- Farbmischung
- Schraffur
- Symbole
- Text
Die Auswertung der unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten in Tischgruppen und anschließend gemeinsam an der Tafel ermöglichte den Schülern die jeweiligen Vor- und Nachteile bezüglich der Durchführungsmöglichkeit zu erkennen und zu einem begründeten Ergebnis für eine optimale Darstellungsmöglichkeit zu gelangen.
Kartierung
Aus praktischen Gründen beschränkte sich der Arbeitsauftrag auf das nähere Schulumfeld, da eine derartige Erkundung generell Bestandteil im Geographieunterricht der Klasse 5 ist und ich die Dauer von max. einer Unterrichtsstunde nicht überschreiten wollte. Für die Exkursion mit einer meiner beiden Klassen konnte ich einen Kollegen gewinnen, so dass wir uns die Aufsicht räumlich ganz gut teilen konnten. Wir standen an den jeweils entgegengesetzten Enden der Straße, an der ebenfalls die Schule liegt, und hatten dadurch einen guten Überblick über die Schüler. Mit der zweiten Klasse war ich dann leider alleine unterwegs, da verschiedene Aufgaben und Termine die Kollegen unabkömmlich machten. Die Voraussetzungen dafür habe ich zuvor noch mit der Schulleitung geklärt und auch mit den Schülern besprochen. Und sehr positiv kann ich an dieser Stelle erwähnen, dass sich diese wirklich an die Vorgaben hielten.
In Gruppen mit jeweils drei bis fünf Schülern sollen alle Gebäude aufgenommen werden. Der Zeitbedarf für das etwa 350 m lange Straßenteilstück mit den 25 Gebäuden beträgt mit einer gemeinsamen Einführung an einem (beispielhaften) Gebäude ungefähr 30 min, so dass insgesamt für diese Aufgabenstellung ausreichend Zeit zur Verfügung steht.
Die Schüler hatten in der Straße vor der Schule die Nutzung der jeweiligen Gebäude aufzunehmen und diese zusammen mit der Geschossanzahl in einen Aufnahmebogen einzutragen. Zusätzlich konnte für das Gebäude noch eine Beschreibung eingetragen werden.
Mit den aufgenommenen Informationen kann die thematische Karte dann als Teil der häuslichen Vorbereitung erstellt werden. Durch die Vorlage einer Karte mit den Gebäudeumrissen des aufgenommenen Gebietes reduziert sich der tatsächliche Arbeitsaufwand für die Schüler aber nicht nur auf das Kolorieren der Karte und das Erstellen einer Legende. Die Generalisierung der vielfältigen Informationen für eine übersichtliche Darstellung in der Karte muss von den Schülern ebenfalls geleistet werden.
Karten und Auswertung
Die Auswertung der erstellten Karten ergab eine funktionelle Mischung der Gebäude, mit einem deutlich erhöhten Anteil an Büroflächen, wie es für diese Lage typisch ist. Ebenfalls konnten einzelne Nutzungen aufgenommen werden, die man an dieser Stelle nicht unbedingt vermutet hätte.
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